Montag, 2. Dezember 2013

Honk it baby, one more time !

Jede Stadt hat Ihren Beat, Ihren Rhythmus - das ist in Mumbai auch nicht anders. Dieser Rhythmus wird bestimmt durch die Menschen die sich in den Straßen befinden, gehen, laufen, stehen, radeln, oder motorisiert unterwegs sind.
Den Beat von Mumbai bekommt man eigentlich sehr schnell mit, und der ist auch nicht zu überhören. Während in manchen Städten das Grundrauschen des Seins aus simplen Abrollgeräuschen von Reifen besteht (oder Flugzeugen, etc), so ist er in Mumbai allgegenwärtig und auch fast rund um die Uhr vernehmbar.

Ich hab ihn 'Honk it baby, one more time !' genannt ...



PS: Für den vollen Genuss mit Stereokopfhörern und auf voller Lautstärke hören

Sonntag, 1. Dezember 2013

Impressionen I

In loser Folge ein paar unbearbeitete Bilder


 





Mumbai, Slumbai

Gestern Abend sind wir, bevor unsere Bollywodkarriere im Gokul begann, noch ein wenig herumgelaufen und haben neben allen anderen Dingen natürlich auch die Menschen erlebt, die hier einfach auf der Straße leben. Und das ist genauso gemeint wie ich das geschrieben habe.
Als Vater bricht es mir einfach das Herz zu sehen wie kleine Kinder hieraufwachsen müssen und, wenn sie es überleben und groß werden, welche Chancen sie überhaupt haben: kaum eine.
Davon, und von den auf jeder freien Ecke sprießenden Slums werde ich keine Fotos machen. Letztendlich muss jeder muss für sich entscheiden wie er damit umgeht, und das ist nicht einfach.

Stattdessen werde ich einen Artikel aus 'Time Out Mumbai' zusammenfassen.


Slumbai - wie die andere Hälfte lebt

Ungefähr 55 Prozent der Bürger von Mumbai leben in zopadpattis - Slums. Einige nichts anderes als ein bisschen Bambus und Plane, andere dreistöckig mit Backsteinen 'gebaut', manchmal mit Elektrizität und Wasseranschluss.
Slumbewohner  spielen eine wichtige wirtschafltiche Rolle in Mumbai - sie sind wichtiger Bestandteil vom Bauwesen als auch Bedienstete in reicheren Haushalten. Etwa 40% der Polizisten in Mumbai leben in Slums, wie zum Beispiel in Dharavi, Indiens größter Slum und auch Schauplatz des Films Slumdog Millionaire.
Das war aber nicht immer schon so, die ersten Slums tauchten um 1950 in Mumbai auf als arme Landbewohner anfingen in die Städte zu ziehen, weil sie dort Arbeit und Geld vermuteten. Weil es keine Sozialwohnungen für sie gab, fingen sie an sich auf freien Flächen einfache Behausungen zu bauen. Die Kriminalität in den Slums war sehr hoch, mafiöse Strukturen bildeten sich und man verlangte zB Miete für Land das niemandem gehörte... uvm.
Die Slumbewohner wurden aber auch ein wichtiger Faktor für viele Politiker, Unterstützer für denjenigen der sie vor dem Gesetz schütze.

Jedes Jahr werden ca 1000 Slumbewohner auf dem Weg von/nach Hause von Zügen überfahren.

Zahlreiche Slum-Rehabilitationsprojekte wurden mit wenig Erfolg durchgeführt. So versprach man im Jahre 1995 allen Slumbewohnern 21m² Wohnungen. Der Plan war in 5 Jahren eine Million Wohnungen zu schaffen, welche von privaten Bauunternehmen im Gegenzug für lukrative Entwicklungsrechte gebaut werden sollten. Zehn Jahre später sind gerade mal 40.000 Wohnungen entstanden - die Rechtevergabe an die Baufirmen lief wie geplant.


Samstag, 30. November 2013

Bollywood ich komme

Heute war ich mit meinen Kollegen nach getaner Arbeit etwas essen und etwas trinken...

650ml Kingfisher

Tja. Als gute Deutsche haben wir drei uns ans Bier gehalten und indisches Kingfischer getrunken. Irgendwann wurden wir von einem Inder gefragt ob er uns und die leeren Bierflaschen auf dem Tisch (die nicht abgeräumt wurden, warscheinlich aus Abrechnungszwecken) fotografieren dürfe - mit dem Handy.
Ich fragte ob er es posten würde, worauf er sagte "you can be sure of that". Well.
Okay, sagt ich - aber nur wenn er dazuschriebe dass wir Deutsche wären, worauf er mit einem guten Klischee konterte und fragte ob bei uns wirklich das Bier billiger sei als das Wasser ...

Nun ja - ich tauche jetzt wohl im indischen Facebook auf und möglicherweise werde ich von Bollywood entdeckt. Mal sehen.

Was hat mir der Abend sonst noch gebracht ? Ich weiss jetzt wozu man das Security-Dongle der Firma noch so benutzen kann...






Freitag, 29. November 2013

Taj down !

Wir haben das Glück für die zwei Wochen in einem der besten Hotels der Stadt untergebracht zu sein. Die Taj Hotelkette gibts mittlerweile international, das Taj Palace & Tower Mumbai Colaba ist während der Terroranschläge 2008 in Mumbai ja zu trauriger Berühmtheit gelangt.


Meine Firma hat sich nicht lumpen lassen und ich darf nun morgens mit einem Blick auf das India Gate (und den Sonnenaufgang dahinter) aufwachen.

Als jemand der Service und Bediensteten kulturell bedingt eher skeptisch gegenüber steht, fällt es mir hier schwer sich an das Betreuungsverhältnis zu gewöhnen. Bei Ankunft hatte man einen persönlichen Guide der einem die Annehmlichkeiten des Hotels und des Zimmers gezeigt hat. Beim Frühstück heute morgen ging es so weiter ... das ist mitunter nur schwer zu ertragen. Was mir aber hilft ist, dass alle diese Leute in Lohn und Brot stehen, wobei es hier sicher keinen Mindestlohn gibt.


Da meine letzte Nacht nur 2 Stunden Schlaf beinhaltete, werde ich mir heute etwas mehr genehmigen :)




Moppern auf hohem Niveau

Für den Flug nach Indien durfte ich Business Class fliegen - im Gegensatz zu den Flügen vorher war diesmal zumindest genug Warsteiner-Alkoholfrei an Bord. In der Regel trinke ich den Flieger leer - meist haben sie nur ein paar wenige Flaschen an Bord. Das was diesmal besser.
Keineswegs besser war das Essen - versucht indisch und zum Teil mit groben handwerklichen Mängeln (teils noch gefrorene Vorspeise, vegetarische Hauptspeise nicht genug an Bord usw...)

Aber das ist Jammern auf hohem Niveau - der Flug war ziemlich ruhig und auch von den Kindern haben wir nichts mitbekommen.


Theoretisch wäre der Flug lang genug gewesen einen Bollywood Film zu schauen - stattdessen hab ich aber lieber versucht ein bisschen vorzuschlafen.

Donnerstag, 28. November 2013

Ready to take off


Heute ist bisher alles glatt gelaufen – der Abflug war pünktlich um 13:05 Uhr. Die Lufthansa liess zuerst Familien mit Kinden unter 6 Jahren einsteigen, danach die Senioren und dann erst den Rest. Das ganze Prozedere hat sicher eine Viertelstunde gedauert., so dass man annehmen kann dass es in der Economy Class nun ziemlich laut ist.


Den Service für Familien mit Kindern schätze ich an der Lufthansa sehr, wir haben den schon einige Male in Anspruch genommen und waren froh als Erste einsteigen zu dürfen, sowie beim Einchecken auch bevorzugt behandelt zu werden.

Der Flug wird 7:35 Stunden dauern, bei Abflug war das Wetter in Frankfurt ziemlich mies – 0 Grad und leichter Regen. In Mumbai erwarten uns dagegen Sonne mit Temperaturen Tags um die 32 Grad und Nachts um die 23 Grad. Zudem ist die Hitze trocken, denn momentan ist zum Glück nicht Regenzeit.